Preisermittlung durch Verhandlung mit den Befragten

Das Gabor Granger-Modell zur Ermittlung des optimalen Preises eines Produkts eignet sich insbesondere unter zwei Bedingungen:

In Ihrem Unternehmen liegen bereits Preisvorstellungen für das Produkt vor.

Es ist anzunehmen, dass die Zielgruppe nur ungenaue Vorstellungen über einen adäquaten Preis des Produktes hat. Dies kann z.B. der Fall sein bei neu eingeführten Produkten oder bei Produkten, die sehr selten gekauft werden.

Im Unterschied zum Price Sensitivity Meter von van Westendorp werden beim
Gabor Granger-Modell verschiedene Preispunkte festgelegt und die Befragten geben an, ob sie das
vorgelegte Produkt zum jeweiligen Preis kaufen würden. Wird der Startpreis nicht akzeptiert, wird der Preis so lange heruntergesetzt, bis ein Preis akzeptiert wird oder der unterste Preispunkt erreicht ist.
Alternativ kann den Befragten als Startpreis auch ein mittlerer Preis präsentiert werden, der bei Akzeptanz erhöht und bei Ablehnung reduziert wird, bis die befragte Person nicht mehr akzeptiert bzw. akzeptiert. Die Befragten durchschauen das Prinzip der steigenden und fallenden Preise jedoch relativ schnell und versuchen anschliessend mit strategischen Antwortverhalten höhere Preise zu verhindern bzw. tiefere Preise zu erreichen.

Aus diesem Grund kann nur eine beschränkte Anzahl von Preispunkten mit dem Gabor Granger-Modell erfragt werden, in der Regel empfehlen wir drei Preispunkte:

Der höchste Preis, der nach unternehmensinternen Abklärungen für das betreffende Produkt infrage kommt.

Der niedrigste Preis, der unternehmensintern für das Produkt noch in Frage kommt ohne unwirtschaftlich zu werden.

Ein Preispunkt dazwischen.

Zoom: Im Gabor Granger Modell wird der optimale Preis für ein Produkt durch Verhandlung mit den Befragten ermittelt. Nur 22 Prozent würden das Beispielprodukt bereits zum Preis von CHF 5.90 kaufen, die Kaufbereitschaft erhöht sich beim zweiten Angebot von CHF 4.90 um 13 Prozent; 69 Prozent der Befragten würden das Produkt für CHF 3.90 kaufen; 31 Prozent kaufen auch zum niedrigsten Preis nicht.

Nur 22 Prozent würden das Beispielprodukt bereits zum Preis von CHF 5.90 kaufen, die Kaufbereitschaft erhöht sich beim zweiten Angebot von CHF 4.90 um 13 Prozent; 69 Prozent der Befragten würden das Produkt für CHF 3.90 kaufen; 31 Prozent kaufen auch zum niedrigsten Preis nicht.