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Über uns

10 Jahre intervista

Dino Demarchi
Julia Urbahn intervista Team

Dr. Julia Urbahn erinnert sich

Am Anfang war das Panel….

Ja, intervista ist mit der Idee gestartet, ein hochwertiges Panel weiter aufzubauen, zu pflegen und zu vermarkten. Aber auch das hat natürlich eine Vorgeschichte. Eigentlich fing alles an mit meinem Jobbeginn bei einem Marktforschungsinstitut in München. Das war im Jahr 2000, wir waren ein Startup und in Deutschland durchaus unter den Pionieren in der Onlineforschung und im Panelaufbau. „Online“ steckte damals noch in den Kinderschuhen und war noch sehr „universitär“ geprägt. Aber so lernte man das Thema von Grund auf.

Bald nach meinem Umzug nach Bern und dem Jobbeginn bei Swisscom haben wir dort die Idee eines Kundenpanels aufgebracht – und das war eigentlich der Grundstein für intervista.

 

Mehr über Dr. Julia Urbahn und das ganze intervista-Team erfahren Sie übrigens hier: Unser Team

 

Die SBB kommt dazu

Zufälligerweise hatte eine gute Freundin aus Studientagen zu diesem Zeitpunkt die Marktforschung bei der SBB unter sich. Natürlich hat man da abends beim Glas Wein auch über das Kundenpanel gesprochen. Sie meinte, für die SBB wäre so etwas wohl auch sehr sinnvoll – damit war die Idee des gemeinsamen Panels geboren.

Und dann kam ein lächerlich klingendes, aber echtes Problem auf uns zu – wie soll das Baby heissen? Schon bevor die SBB im Boot war, wollten wir das Panel eigentlich nicht als Swisscom-Panel branden, sondern es etwas „neutraler“ gestalten. Also haben wir in unserem Café bei Swisscom Znüni-Pause um Znüni-Pause gebrainstormt, leider (oder Gott sei Dank) habe ich die vielen verworfenen Ideen vergessen. „Allegra“ war mal kurzzeitig ein Favorit – fanden wir dann aber zu sehr nach Frauenmagazin klingend. Irgendwann kam der eher konservative, dafür aber passende Name „intervista“ auf. Der funktioniert in allen Landessprachen gut (das hatten wir uns als Ziel gesetzt), die URL www.intervista.ch war noch frei, also: Go for it!

Das erste Logo

Unser erstes Logo aus dem Jahr 2007. Die Idee für unser Logo, die „Pinöggel“, wie Christoph sagt, stammt übrigens von einem Graffiti auf einem Bauzaun, den ich mal in Basel fotografiert habe. Daraus wurde das erste intervista-Logo designt.

Nun gab es also einen Namen, ein motiviertes Team bei Swisscom und der SBB, zu dem Christoph seitens SBB bald dazustiess, und einen Panelsoftware-Provider, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Der Panelaufbau konnte beginnen und ging rasch voran.

 

 

Innovationspreis von Swisscom

Anekdote am Rande: Bei Swisscom gab es damals einen Innovationspreis, auf den sich interne Projekte bewerben konnten. Das haben wir getan, ohne grosse Hoffnung auf Erfolg – da ein Kundenpanel uns doch etwas zu spezifisch erschien. Aber siehe da, wir haben gewonnen! Der Preis klang erstmal unglaublich toll, selbst für nur moderate Fussballfans: Zwei Tickets zu einem Schweiz-Spiel der Europameisterschaft 2008! Naja, das Spiel war dann eher bescheiden, es war das dritte Gruppenspiel der Schweiz im „Joggeli“ gegen Portugal. Dass Portugal zu dem Zeitpunkt bereits sicher qualifiziert und die Schweiz sicher ausgeschieden war, trug weder zur Güte des Spiels noch zur Spannung bei. 😉

So weit so gut – das gemeinsame Kundenpanel wuchs und wuchs.

Neue Meeting-Plattform für Betriebsmarktforscher

Zu dieser Zeit wurde ich von einer Bekannten aus Deutschland kontaktiert, die es zu einem Grossunternehmen in die Schweiz verschlagen hatte, wo sie das Thema Mafo als One-Woman-Show bestritt. Sie sehnte sich nach Austausch mit anderen Marktforschern. Also trugen wir unsere Kontakte in der betrieblichen Mafo-Szene zusammen, um einen Austausch unter den Betriebsmarktforschern zu initiieren. Das hat funktioniert, es kamen beim ersten Treffen, das bei Swisscom stattfand, einige Kollegen, v.a. aus den Berner Grossunternehmen. Es wurde daraus ein regelmässiges Treffen, bald schweizweit, immer bei einem der teilnehmenden Unternehmen.

Natürlich ging es bei den Treffen auch um unser stetig wachsendes Kundenpanel. Einige der betrieblichen Marktforscher signalisierten Interesse, es für ihre Studien zu nutzen. Und da hatten wir das Dilemma – einerseits war die Nachfrage ja schön, aber andererseits gehörte es auch bei grosszügiger Auslegung sicher nicht zum Kerngeschäft von Swisscom oder der SBB, Marktforschungsdienstleistungen zu verkaufen.

Das Panel wird outgesourct

Ausgesprochen wurde das Unaussprechliche dann von Christoph in Wien. Wir besuchten im April 2009 zusammen die GOR. Kurz vor der Heimfahrt – wie es sich für Touristen gehört – noch ein Stück Sachertorte in der Sonne. Und Christoph meinte unvermittelt „Lass uns das Panel doch outsourcen. Dann haben wir das Problem gelöst, dass wir es nicht anderen anbieten können.“ Klang erstmal abenteuerlich, aber wir haben es gewagt, einen Businessplan zu schreiben und das Thema in unseren Unternehmen anzusprechen. Und siehe da – der Himmel ist uns nicht auf den Kopf gefallen, und wir wurden auch nicht fristlos gekündigt. Offene Ohren waren da und dann sehr bald sogar Juristen von Swisscom, die unsere Idee über mehrere Monate in geduldigen Sitzungen vom Hirngespinst zu einem Vertragswerk machten.

Generell hatten wir das unglaubliche Glück, in unserem Umfeld immer und ausschliesslich auf Menschen zu treffen, die uns und unserem Vorhaben wohlgesonnen waren.

Auf dem Foto rechts: Christoph und Julia an der GOR 2009 in Wien.

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intervista startet als eigenes Unternehmen

Im April 2010 war es dann endlich soweit – ich kündigte bei Swisscom, ein Büro-Zimmerchen war gefunden, es konnte losgehen. Christoph blieb noch weitgehend bei der SBB angestellt, und so war mir etwas mulmig zumute. Nach den Jahren im Grossunternehmen mit Dutzenden von Menschen um mich herum, Meetings, Flurgesprächen, Grossraumbüro, plötzlich: Stille. Allein in einem Zimmer im Gemeinschaftsbüro mit einer NGO. Kaum Telefonanrufe, wenig E-Mails: Stille.

Dann kam mit Moritz unser erster Angestellter und mit ihm etwas Leben in die Bude. Wir hatten zu dieser Zeit schon Aufträge, einer der ersten war eine sehr aufwändige Online-Tagebuchstudie für einen Kollegen aus unserem mittlerweile recht grossen Netzwerk an betrieblichen Marktforschern. Viele Stunden in Büro und Garten sind bei der Arbeit am Bericht ins Land geflossen, offenbar vom Auftraggeber nicht unbemerkt: Bei der Präsentation begrüsste er mich grinsend bis sorgenvoll mit „Schwarz oder Rot?“ Gemeint war natürlich die Projektbilanz. Tiefrot war sie übrigens.

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Panelanbieter oder Full Service?

Mehr oder weniger bewusst sind wir so recht schnell von unserem ursprünglichen Plan abgekommen, das schon damals qualitativ hochwertige intervista-Panel rein als Datenquelle zu verkaufen. Wir waren und sind einfach Marktforscher mit Leib und Seele, deshalb war schnell klar, dass wir Full Service anbieten wollen. Kundenorientierung hatten wir bei unseren vorherigen Arbeitgebern gelernt, methodische Kompetenz war auch da – und so waren unsere ersten Kunden zufrieden mit den Leistungen des Mini-Instituts und beauftragten uns weiterhin.

Dennoch blieb das Panel das „Herz“ unseres Business, es wurde gehegt und gepflegt und wuchs stetig. Als die magische Zahl von 10’000 aktiven Panelisten erreicht wurde, erschien uns das damals eine unglaubliche Grösse und wurde gebührend gefeiert.

Links sehen Sie eines der frühen Panel-Layouts.

Unsere ersten Büros

Am 1.6.2011 sind wir dann aus dem Gemeinschaftsbüro weitergezogen, es wurde Zeit für mehr Platz und die Einstellung von neuen „intervistas“. Das neue Büro im Quartier Mattenhof in Bern hatte nun schon drei Räume – und lag über einem Bestattungsinstitut. Da wir sowieso meist zu unseren Kunden gingen und sie nicht zu uns kamen, störte der Leichenwagen vor der Tür niemanden. Es überwog der Stolz auf das erste eigene Firmenschild – think big!

Unser erstes „richtiges“ Büro an der Zieglerstrasse mit dem damaligen Team (von links: Leichenwagen, Patricia, Moritz, Julia, neues Firmenschild, Christoph).

In diesem Büro blieben wir für einige Zeit, wir gewannen wichtige Kunden dazu, erweiterten unser Portfolio um qualitative Marktforschung und vergrösserten unser Team weiter.

Bis auch dieses Büro aus allen Nähten platzte und es wieder Zeit für einen Umzug wurde. Wir fanden etwas Passendes in Bern Breitenrain an der Spitalackerstrasse, nur wenige 100 Meter vom ersten Gemeinschaftsbüro entfernt und zogen dort am 1.12.2013 ein.

10-jahre-intervista-office-bern

Und intervista wächst…

Wir wuchsen weiter, waren nun etwa 10 Personen. Wie vermutlich jeder KMU-Gründer weiss, markiert dies eine magische Grenze, ab der sich ein Unternehmen verändert und verändern muss. Dinge, die vorher ohne Strukturen und Prozesse „einfach so“ gelaufen sind, wurden nun formalisiert – z.B. Buchhaltung, Zeiterfassung, Budgetkontrolle, Ferienkalender. Glücklicherweise hat Christoph ein Faible für diese Dinge.

Und hier komme ich nun zum ersten Mal auf unser Verhältnis als gemeinsame Unternehmensgründer zu sprechen: Wir haben uns immer ganz wunderbar ergänzt und verstanden, obwohl (oder vielleicht auch: weil) wir so unterschiedlich ticken. Christoph ist sehr gut in Geschäftszahlen, administrativen Dingen, Strukturen, Prozessen und hat sich auch mehr und mehr zum IT-Experten entwickelt. Ich kann das alles nicht besonders gut, sondern war immer in erster Linie an marktforscherischen Fragestellungen, Methoden und Datenanalysen interessiert. Ohne Christoph hätte ich das Unternehmen in wirtschaftlicher Hinsicht wohl schon 100mal an die Wand gefahren.

Und weiter geht’s – am 1.12.2015 war auch das Büro an der Spitalackerstrasse zu klein, wir mussten schon wieder umziehen. Dieses Mal konnten wir das mit dem Einkaufswagen erledigen, das neue Büro war nur wenige 100 Meter entfernt in der Optingenstrasse. Und hier schlösse sich der Kreis, falls unsere Geschichte schon am Ende wäre – unser aktueller Standort liegt auf der anderen Strassenseite von dem Gemeinschaftsbüro, in dem alles anfing. Von hier aus ist man sehr schnell bei allen möglichen Festivitäten in der Innenstadt, z. B. auf dem Weihnachtsmarkt.

intervista Bern Optingenstrasse 5, Bern

Neues Büro an der Optingenstrasse

Unser neues, schönes und grosses Büro haben wir mit viel Glück bekommen – wir haben es besichtigt, waren die ersten Interessenten und haben noch während der Besichtigung zugesagt, obwohl es mitten im Umbau war und man vor lauter Renovierungsabdeckungen nicht viel sehen konnte. Einfach, weil wir uns dort wohlfühlten. Vielleicht war es aber auch kein Glück, sondern symptomatisch für uns und den Unternehmenserfolg – wir haben viele Dinge relativ spontan und zum Teil auch aus dem Bauch heraus entschieden. Es waren (glücklicherweise) fast nie Fehlentscheidungen. Heute heisst das wohl „Agilität“, eine Eigenschaft, die wir uns unbedingt bewahren möchten – auch wenn wir weiterwachsen werden.

Echte Meilensteine in jüngerer Zeit: Zürich, Axinova und "die 100'000"

Während bis hierhin in 8 Jahren ein stetiges, aber doch eher langsames Wachstum stattfand, nahmen wir in den letzten beiden Jahren richtig Fahrt auf. Ein sehr wichtiger Meilenstein war die Gründung des Zürcher Büros am 1.4.2019. Neue Stadt, neuer Bürostil, ein weitgehend neues Team an diesem Standort. Es kam dadurch ein unerwarteter Drive ins Unternehmen. Auch wenn Bern-Zürich eigentlich wirklich ein Katzensprung ist, schätzen unsere Zürcher Kunden den neuen Standort. Mindestens genauso wichtig: Das Potenzial an qualifiziertem Personal, das sich für unsere Stellen interessierte, verdoppelte sich. Katzensprung hin oder her – jeden Tag pendeln wollen die meisten Kolleg*innen eben doch nicht.

Ein weiterer Meilenstein war der Zusammenschluss mit Axinova AG und damit verbunden die Erweiterung unseres Produktportfolios, die Gründung einer eigenen IT-Abteilung sowie die Vergrösserung unseres Führungsteams.

Und last but not least: Im Sommer 2019 hat unser Panel die 100’000er-Marke überschritten!

100’000 Panelisten: Wir feiern erstmal digital.

10 Jahre intervista

Und hier sind wir nun – 2020, 10 Jahre intervista, rund 30 Mitarbeitende, mehr als 100’000 Panelisten.

Aber wie geht es weiter? Inhaltlich werden wir sicher auf unser Kerngeschäft der quantitativen und qualitativen Marktforschung fokussieren, aber auch weitere wichtige Geschäftsfelder wie AI und deren Anwendung im Bereich Datenerhebung und -analyse verfolgen. Natürlich soll unser Panel auch eins der grössten und besten im Land bleiben.

Und ansonsten? Wir haben ein ganz tolles Team, so viele Menschen „auf einem Haufen“, die morgens gerne und motiviert zur Arbeit kommen, findet man selten. Das möchten wir uns unbedingt erhalten: Kundenorientierung, Fachkompetenz und eben diesen Teamspirit.

Zum Schluss möchten wir uns noch bei all unseren Kund*innen bedanken. Ohne das entgegengebrachte Vertrauen würde intervista nicht existieren.

Vielen lieben Dank!

 

Julia Urbahn, 25.11.2020

Julia Uhrbahn
Julia Urbahn
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