Häufige Fragen zur Marktforschung
Antworten auf häufige Fragen rund um Marktforschung, Online-Befragungen, Stichproben, Online-Panels und weitere Forschungsmethoden.
Markenforschung
Ein Brand Tracking ist eine regelmässig wiederholte Markenstudie, mit der die Entwicklung zentraler Markenkennzahlen (KPI) über die Zeit gemessen wird. Typische Kennzahlen sind die ungestützte und gestützte Markenbekanntheit, das Markenimage, die Consideration (Berücksichtigung bei einer Kaufentscheidung), die Markenpräferenz sowie Kaufabsicht, Nutzung und Weiterempfehlungsbereitschaft. So lässt sich erkennen, wie sich die Wahrnehmung und Position einer Marke entwickelt, wie sie im Vergleich zum Wettbewerb dasteht und ob Kommunikations- oder Marketingmassnahmen mit Veränderungen der Markenkennzahlen einhergehen.
Für einen aussagekräftigen Vergleich werden die wichtigsten Wettbewerber direkt in die Studie einbezogen. Bekanntheit, Image und weitere Markenkennzahlen werden mit denselben Fragen innerhalb derselben Zielgruppe erhoben. So entstehen Benchmarks, die zeigen, wo eine Marke im Wettbewerbsumfeld steht, welche Stärken sie auszeichnen und wo Entwicklungspotenzial besteht. Bei wiederholten Messungen wird zudem sichtbar, ob sich nur die eigene Marke verändert oder eine Entwicklung den gesamten Markt betrifft.
Marken werden nicht nur bewusst und reflektiert wahrgenommen, und Menschen entscheiden nicht ausschliesslich auf Basis bewusster Überlegungen. Auch spontane Eindrücke und automatisch aktivierte Assoziationen können die Wahrnehmung und Beurteilung einer Marke beeinflussen. Die implizite Imagemessung von intervista erfasst diese spontanen Bewertungen: Befragte entscheiden möglichst schnell, ob Eigenschaften wie «modern» oder «vertrauenswürdig» zu einer Marke passen. Neben der Antwort wird dabei auch die Reaktionszeit berücksichtigt. Sie liefert Hinweise darauf, wie stark eine Marke gedanklich mit bestimmten Eigenschaften verknüpft ist. So wird sichtbar, welche Markenwerte intuitiv verankert sind und wo sich die eigene Marke von Wettbewerbern unterscheidet.
Der passende Rhythmus hängt von den Zielen der Studie, der Dynamik des Marktes und den Kommunikationsaktivitäten der Marke ab. Für die Beobachtung langfristiger Entwicklungen bei den Markenwerten oder beim Markenimage ist in der Regel eine jährliche Messung ausreichend. Bei grossen Marken mit hoher Kommunikationsintensität oder in sehr dynamischen Märkten sind quartalsweise, monatliche oder kontinuierlich laufende Erhebungen sinnvoller. Damit lassen sich auch kurzfristigere Veränderungen, etwa im Kampagnenverlauf, beobachten. Regelmässig erhobene Zeitreihen können zudem eine wertvolle Grundlage für Marketing Mix Modelling bilden: Sie ermöglichen es, die Entwicklung von Markenkennzahlen mit Werbeaktivitäten, Marketingausgaben und Absatzdaten in Beziehung zu setzen.
Ein verlässliches Brand Tracking braucht möglichst vergleichbare Messbedingungen. Dazu gehören konstante Frageformulierungen und Antwortskalen, eine stabile Zielgruppendefinition sowie eine vergleichbare Stichprobenziehung und -struktur. Auch saisonale Effekte und Veränderungen im Marktumfeld sollten berücksichtigt werden. Nicht jede Schwankung bedeutet eine tatsächliche Veränderung der Markenwahrnehmung. Unterschiede sollten deshalb unter Berücksichtigung der Fallzahlen und der statistischen Unsicherheit beurteilt werden. Die Entwicklung über mehrere Messzeitpunkte sowie der Vergleich mit Wettbewerbern helfen, einzelne Ausschläge besser einzuordnen.
Die erforderliche Stichprobengrösse hängt davon ab, wie genau Ergebnisse ausgewiesen werden sollen und welche Teilgruppen miteinander verglichen werden. Für eine reine Gesamtbetrachtung sind weniger Interviews erforderlich als für detaillierte Analysen nach Regionen, Altersgruppen, Kundensegmenten oder anderen Zielgruppen. Auch die erwarteten Veränderungen zwischen den Messzeitpunkten spielen eine Rolle: Je kleinere Unterschiede zuverlässig erkannt werden sollen, desto grössere Fallzahlen sind in der Regel notwendig. Deshalb sollte die Stichprobengrösse aus den Analysezielen und der gewünschten statistischen Genauigkeit abgeleitet werden.
Für die Repräsentativität ist jedoch nicht allein die Stichprobengrösse entscheidend. Ebenso wichtig sind die Stichprobenziehung und die Zusammensetzung der Stichprobe: Sie sollte die relevante Zielgruppe hinsichtlich wesentlicher Strukturmerkmale möglichst gut abbilden.
Ein hochwertiges Online-Panel bildet die Grundlage dafür, die relevante Bevölkerung oder Zielgruppe möglichst verlässlich abzubilden. Dafür sind eine kontrollierte Rekrutierung, sorgfältige Stichprobenziehung und laufende Qualitätsprüfungen entscheidend. Ein grosses Panel bietet den Vorteil, dass über mehrere Erhebungswellen hinweg neue Stichproben gezogen und Teilnehmende früherer Wellen für einen definierten Zeitraum ausgeschlossen werden können. Ein solches «Fresh Sample» reduziert Lern- und Erinnerungseffekte durch wiederholte Befragungen zum selben Thema. intervista nutzt dafür das eigene Online-Panel und eine über die Zeit konsistente Stichprobensteuerung.
Ja, über das intervista B2B-Online-Panel können berufliche Zielgruppen gezielt nach Merkmalen wie Funktion, Branche, Unternehmensgrösse oder Verantwortungsbereich befragt werden. Eine Versicherung kann beispielsweise untersuchen, wie sie bei Personen wahrgenommen wird, die in KMU an Versicherungsentscheidungen beteiligt sind, und wie sie im Vergleich zu Wettbewerbern positioniert ist. Entscheidend ist, Personen einzubeziehen, die an den relevanten Entscheidungen beteiligt sind. Welche Zielgruppen, Fallzahlen und Erhebungsintervalle sich realisieren lassen, hängt von der Grösse und Erreichbarkeit des jeweiligen Personenkreises ab.
Branchen, Zielgruppen und Markenstrategien unterscheiden sich. Eine Versicherung steht beispielsweise vor anderen Fragen als ein Detailhändler. Auch innerhalb einer Branche verfolgen Marken unterschiedliche Positionierungen und haben eigene Nutzenversprechen und Markenwerte definiert. Deshalb stimmt intervista die Kennzahlen, Imagedimensionen und Vergleichsmarken auf die jeweilige Fragestellung ab. So lassen sich auch unternehmensintern definierte Markenwerte gezielt überprüfen. Stichprobengrösse und Erhebungsrhythmus werden ebenfalls passend gewählt. Bestehende Frageformulierungen und Skalen lassen sich dabei berücksichtigen, wenn die Vergleichbarkeit mit früheren Studien erhalten bleiben soll.
Online-Befragungen
Ja. Neben Full-Service-Marktforschungsprojekten bietet intervista auch Sampling Only an. Dabei rekrutiert intervista passende Teilnehmende aus dem eigenen Online-Panel für eine vom Auftraggeber selbst konzipierte und programmierte Befragung. Auch die Rekrutierung für qualitative Studien wie Interviews, Fokusgruppen oder Online-Tagebücher ist möglich.
Online-Befragungen ermöglichen eine schnelle und vergleichsweise kostengünstige Datenerhebung, auch bei grossen Stichproben. Gegenüber klassischen Befragungsmethoden wie Telefoninterviews oder persönlichen Interviews lassen sie sich häufig schneller und effizienter durchführen. Sie bieten zudem vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Bildern und Videos, ermöglichen unterschiedliche Befragungsansätze, können einfach mehrsprachig umgesetzt werden und liefern rasch verfügbare Ergebnisse. Da keine Interviewperson anwesend ist, werden zudem Interviewer-Effekte reduziert.
Online-Befragungen eignen sich für viele quantitative Fragestellungen im B2C- und B2B-Bereich. Typische Einsatzgebiete sind Kundenbefragungen, Marken- und Imagestudien, Werbewirkungsstudien, Produkt- und Preisforschung, Zielgruppenanalysen sowie Bevölkerungsbefragungen. Besonders geeignet sind Online-Befragungen, wenn eine grössere Anzahl Personen standardisiert befragt und die Ergebnisse statistisch ausgewertet werden sollen.
Die Rekrutierung hängt von der Zielgruppe und der Fragestellung ab und ist ein wichtiger Bestandteil der Studienkonzeption. Häufig werden Teilnehmende über das intervista Online-Panel, über Kundenadressen des Auftraggebers, direkt über eine Website oder mittels postalischer Einladungen rekrutiert. Je nach Studie sind auch weitere Zugangswege möglich, beispielsweise über QR-Codes am Point of Interest. Verschiedene Rekrutierungswege können bei Bedarf auch miteinander kombiniert werden.
Eine Online-Befragung ist repräsentativ, wenn die Stichprobe die relevante Grundgesamtheit hinsichtlich wichtiger Merkmale möglichst gut abbildet. Entscheidend sind deshalb nicht nur die Anzahl der Interviews, sondern auch die Rekrutierung der Teilnehmenden, die Zusammensetzung und Steuerung der Stichprobe, die Ausschöpfung sowie gegebenenfalls eine Gewichtung der Daten. Eine hohe und möglichst ausgewogene Ausschöpfung hilft dabei, Verzerrungen durch unterschiedliche Teilnahmebereitschaften zu reduzieren.
intervista konzipiert die Stichprobe jeweils passend zur Zielgruppe und Forschungsfrage und berücksichtigt dabei die relevanten Qualitätskriterien für eine möglichst aussagekräftige Abbildung der Grundgesamtheit.
Die notwendige Stichprobengrösse hängt von der Forschungsfrage, der Zielgruppe und der gewünschten Genauigkeit der Ergebnisse ab. Für viele bevölkerungsrepräsentative Studien werden rund 1’000 Personen befragt. Bei einer entsprechend zusammengesetzten Stichprobe lassen sich damit für die Gesamtbevölkerung in der Regel bereits verlässliche Aussagen machen.
Bei spezifischen Zielgruppen oder B2B-Befragungen können auch deutlich kleinere Stichproben sinnvoll und ausreichend sein. Bei Kundenbefragungen werden je nach Grösse des Kundenstamms und gewünschter Auswertung teilweise auch deutlich grössere Stichproben eingesetzt. Wenn einzelne Teilgruppen separat ausgewertet oder miteinander verglichen werden sollen, kann es zudem sinnvoll sein, bestimmte Gruppen gezielt stärker in der Stichprobe zu berücksichtigen.
Der Ablauf einer Online-Befragung richtet sich nach den Bedürfnissen des Auftraggebers. Bei einer Full-Service-Studie werden zu Beginn Forschungsfragen, Zielgruppe, Stichprobe und Studiendesign festgelegt. Anschliessend werden der Fragebogen entwickelt beziehungsweise geprüft, die Befragung programmiert und die Teilnehmenden rekrutiert. Nach der Datenerhebung können die Ergebnisse aufbereitet, analysiert und je nach Bedarf als Datensatz, Tabellenband, Präsentation, Bericht oder Dashboard bereitgestellt werden.
Die einzelnen Leistungen können auch modular bezogen werden. So kann intervista beispielsweise ausschliesslich die Rekrutierung und Bereitstellung der Stichprobe übernehmen («Sampling Only») oder gezielt einzelne Schritte einer Studie unterstützen. Der Umfang der Leistungen wird flexibel auf die Anforderungen des jeweiligen Projekts abgestimmt.
Die Kosten einer Online-Befragung hängen insbesondere von der Anzahl Interviews, der Zielgruppe, der Fragebogenlänge und den gewünschten Leistungen bei Konzeption, Programmierung, Analyse und Reporting ab. Kurze Befragungen mit wenigen Fragen können kostengünstig über den intervista Online-Omnibus durchgeführt werden. Für umfangreichere oder individuelle Fragestellungen wird in der Regel eine massgeschneiderte Ad-hoc-Studie konzipiert.
intervista verbindet ein grosses eigenes Online-Panel mit hohen Qualitätsstandards und umfassender Erfahrung in der Konzeption und Durchführung von Marktforschungsstudien. Dadurch können wir für unterschiedlichste Fragestellungen die passende Zielgruppe erreichen, über das intervista Online-Panel, über Kundenadressen oder über weitere geeignete Rekrutierungswege.
Unsere Stärke liegt in der Verbindung von methodischer Qualität und praxisnaher Beratung über den gesamten Studienprozess hinweg. Wir entwickeln ein passendes Studiendesign, konzipieren fundierte Fragebogen, steuern die Stichprobe gezielt und begleiten Programmierung und Feldarbeit. Anschliessend analysieren und interpretieren wir die Ergebnisse, bereiten sie verständlich auf und leiten daraus strategisch relevante Handlungsempfehlungen ab. Bei Bedarf unterstützen wir auch bei deren Implementierung im Unternehmen, beispielsweise mit einem Ergebnisworkshop.
Online-Omnibus
Ein Online-Omnibus eignet sich besonders, wenn nur wenige Fragen an eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe gestellt werden sollen. Für umfangreiche Befragungen oder die Befragung stark eingeschränkter beziehungsweise sehr spezifischer Zielgruppen ist er hingegen weniger geeignet.
Der Online-Omnibus von intervista verbindet eine professionelle Durchführung mit hoher Datenqualität und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Befragung erfolgt im sorgfältig gepflegten und aktiv rekrutierten Online-Panel von intervista. Dank der wöchentlichen Durchführung, kurzen Feldzeiten und raschen Projektabwicklung liegen die Ergebnisse schnell vor. Zudem können unterschiedliche multimediale Formate wie TV- und Radiospots, Videos oder Plakate flexibel in die Befragung integriert werden.
Beim Online-Omnibus kann zwischen 500 und 1'000 Interviews gewählt werden. Die Stichprobe ist repräsentativ für die 15- bis 79-jährige Online-Bevölkerung der Deutsch- und Westschweiz. Optional kann eine zusätzliche Stichprobe in der italienischsprachigen Schweiz ergänzt werden.
Ein Online-Omnibus kann bereits ab einer einzelnen Frage genutzt werden. Grundsätzlich ist die Anzahl der Fragen flexibel. In der Regel eignet sich das Format besonders für Befragungen mit weniger als zehn Fragen. Bei umfangreicheren Fragebögen ist eine individuelle Ad-hoc-Studie häufig die sinnvollere Lösung. Gerne beraten wir Sie bei der Wahl des passenden Studiendesigns.
Der Redaktionsschluss für den Online-Omnibus ist jeweils am Dienstag um 17.00 Uhr. Die Befragung startet am darauffolgenden Donnerstag. Eine Woche später werden die Daten ausgewertet. Die Ergebnisse erhalten Sie in der Regel am folgenden Montag bis 17.00 Uhr, also rund 14 Tage nach Auftragserteilung.
Im Online-Omnibus werden die Kosten pro Frage berechnet. Der Preis richtet sich nach dem jeweiligen Fragetyp. Eine geschlossene Frage mit bis zu 15 Antwortmöglichkeiten und einer Stichprobe von 500 Personen kostet beispielsweise CHF 800. Detaillierte Preise für die verschiedenen Fragetypen finden Sie in unserem Factsheet.
Online-Panel
Ein Online-Panel ist eine Gruppe registrierter Personen, die regelmässig für Online-Befragungen und andere Marktforschungsstudien eingeladen werden können. Je nach Fragestellung lassen sich daraus gezielt Stichproben zusammenstellen, beispielsweise nach soziodemografischen Merkmalen, Interessen oder weiteren Zielgruppenkriterien.
Ein Online-Panel eignet sich besonders für quantitative Online-Befragungen sowie für die Rekrutierung von Teilnehmenden für qualitative Studien. Mit dem intervista Online-Panel können sowohl bevölkerungsrepräsentative Stichproben in der Schweiz als auch spezifische und schwer erreichbare Zielgruppen rekrutiert werden.
Das intervista Online-Panel umfasst mehr als 125’000 aktive Personen im B2C-Panel sowie rund 35’000 Fach- und Führungskräfte im B2B-Panel und deckt die gesamte Schweiz ab. Neben bevölkerungsrepräsentativen Stichproben können gezielt spezifische Zielgruppen rekrutiert werden, beispielsweise Kundinnen und Kunden bestimmter Unternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten bestimmter Produktkategorien, Early Adopters, High-Net-Worth-Individuals oder Personen, die in Unternehmen beispielsweise für Versicherungen, Bankdienstleistungen, IT-Dienstleistungen, Marketing oder HR zuständig sind.
intervista setzt auf eine breit abgestützte, aktive Rekrutierung über kontrollierte Kanäle. Dazu gehören insbesondere die Rekrutierung über Kundenstämme von Schweizer Grossunternehmen sowie postalische Einladungen. Auf offene Selbstregistrierung sowie die Rekrutierung über Suchmaschinenwerbung oder Social Media verzichtet intervista bewusst.
Die aktive Rekrutierung reduziert das Risiko von Fake-Profilen, Mehrfachregistrierungen und KI-generierten Antworten erheblich und trägt dazu bei, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen möglichst ausgewogen im Panel abzubilden. Die Panelstruktur wird laufend überprüft und bei Bedarf durch gezielte Nachrekrutierungen ergänzt.
Neben einer hochwertigen und kontrollierten Rekrutierung stellt intervista die Panelqualität durch kontinuierliche Pflege und Qualitätskontrollen sicher. Dazu gehören regelmässige Strukturchecks, die Bereinigung von Duplikaten und der Ausschluss inaktiver Teilnehmender.
Auch die Antwortqualität wird laufend geprüft, unter anderem anhand der individuellen Ausfüllzeit, auffälliger Antwortmuster wie Straight-Lining sowie der Qualität und Quantität offener Antworten. Teilnehmende, die wiederholt unzuverlässige oder qualitativ ungenügende Antworten liefern, werden aus dem Sample-Pool entfernt.
Zudem ist intervista als Full-Service- und Access-Panel-Dienstleister nach ISO 20252:2019 zertifiziert.
Predictive Eye Tracking
Predictive Eye Tracking ist eine KI-basierte Methode zur Analyse visueller Aufmerksamkeit. Ein mit Daten aus mehreren Tausend klassischen Eye-Tracking-Studien trainiertes Modell prognostiziert, welche Bereiche eines Bildes Menschen voraussichtlich betrachten. Dadurch lässt sich untersuchen, ob beispielsweise auf einem Plakat das Markenlogo, die Botschaft oder das zentrale Bildmotiv ausreichend auffallen.
Kontakte mit Plakaten sind häufig kurz und flüchtig. Ein Plakat muss deshalb rasch Aufmerksamkeit erzeugen und die zentralen Inhalte klar vermitteln. Mit Predictive Eye Tracking lässt sich einerseits untersuchen, wie auffällig ein Plakat im realistischen Werbeumfeld und aus unterschiedlichen Betrachtungsdistanzen ist. Andererseits zeigt die Analyse die visuelle Hierarchie der einzelnen Sujetelemente und damit, ob beispielsweise Marke, Botschaft und Bildmotiv ausreichend Aufmerksamkeit erhalten.
Heatmaps zeigen, welche Bereiche eines Plakats besonders viel Aufmerksamkeit erhalten. Die Share of Attention weist die Beachtungsanteile einzelner Elemente wie Logo, Headline oder Produkt in den ersten Sekunden aus. Bei Plakatanalysen ergänzt intervista diese Ergebnisse mit einem eigenen Kennwert: Der Poster Attention Index zeigt, wie auffällig ein Plakat im realistischen Werbeumfeld ist. Die Auswertung erfolgt für unterschiedliche Betrachtungsdistanzen. Eigene Benchmarks ermöglichen zudem eine Einordnung im Vergleich zu anderen von intervista getesteten Sujets.
Predictive Eye Tracking kann mit einer Genauigkeit von bis zu 95% vorhersagen, welche Bildbereiche Menschen in den ersten Betrachtungssekunden beachten. Bei einer längeren und intensiveren Auseinandersetzung mit dem Sujet nimmt die Vorhersagegenauigkeit ab. Die Methode zeigt zudem nicht, ob eine Werbung gefällt, verstanden wird, Emotionen auslöst oder die Kaufabsicht beeinflusst. Für solche Fragestellungen empfiehlt sich die Kombination mit einem qualitativen oder quantitativen Werbe-Pretest.
Die Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb von drei bis fünf Arbeitstagen vor. Die Kosten hängen von der Anzahl und Art der zu untersuchenden Werbemittel ab. Eine Analyse eines einzelnen Plakats inklusive Umfeldanalyse, Reporting und Benchmarks zur Einordnung der Ergebnisse kostet beispielsweise CHF 2’500. Weitere Sujets können kostengünstig in die Analyse integriert werden.
Qualitative Marktforschung
Qualitative Marktforschung hilft zu verstehen, wie Menschen denken, fühlen und entscheiden. Sie eignet sich besonders für explorative Fragestellungen, bei denen Bedürfnisse, Motive oder Zusammenhänge zunächst offen erkundet werden sollen. Typische Anwendungen sind die Untersuchung von Kaufentscheidungen, die Identifikation von Hürden entlang der Customer Journey oder die Beurteilung neuer Produkte und Dienstleistungen. Offene Fragen und gezieltes Nachfragen ermöglichen vertiefte Einblicke und machen auch Aspekte sichtbar, die bisher nicht im Fokus standen.
Qualitative Marktforschung untersucht das «Warum» und «Wie»: In offenen Gesprächen oder durch Beobachtungen entsteht ein vertieftes Verständnis der Zielgruppe. Quantitative Marktforschung ermittelt mit standardisierten Verfahren, wie häufig bestimmte Meinungen, Bedürfnisse oder Verhaltensweisen vorkommen. Beide Ansätze können eigenständig eingesetzt werden und sich sinnvoll ergänzen. Beispielsweise lassen sich qualitativ gewonnene Erkenntnisse in einer grösseren Befragung überprüfen oder quantitative Ergebnisse durch vertiefende Interviews besser verstehen.
Einzelinterviews, auch Tiefeninterviews genannt, eignen sich besonders, um persönliche Erfahrungen, sensible Themen oder komplexe Entscheidungsprozesse zu verstehen. Die Teilnehmenden können ihre Sichtweisen in einem geschützten Rahmen und ohne Einfluss anderer Befragter schildern. Fokusgruppen nutzen hingegen den Austausch zwischen Teilnehmenden: Unterschiedliche Perspektiven werden sichtbar, Erfahrungen diskutiert und Ideen gemeinsam weiterentwickelt. Bei beiden Methoden gibt ein Gesprächsleitfaden die relevanten Themen vor und lässt gleichzeitig Raum für neue Erkenntnisse.
Die Rekrutierung richtet sich nach der Fragestellung und der definierten Zielgruppe. Über das eigene Online-Panel rekrutiert intervista gezielt Privatpersonen mit spezifischen Merkmalen oder Nutzungsgewohnheiten sowie berufliche Entscheidungsträger. Alternativ können bestehende Kundendaten als Rekrutierungsgrundlage dienen. Eine kurze Vorbefragung stellt sicher, dass die Teilnehmenden die festgelegten Kriterien erfüllen. Neben der Auswahl übernimmt intervista die Terminkoordination und Incentivierung. Die Rekrutierung ist auch als eigenständige Leistung für Studien möglich, die Unternehmen oder andere Forschungsteams selbst durchführen.
Die passende Anzahl hängt von der Fragestellung, der Vielfalt der Zielgruppe und den gewünschten Vergleichen ab. Bei einer eng umrissenen Fragestellung können bereits vier bis fünf Einzelinterviews oder ein bis zwei Fokusgruppen wertvolle erste Erkenntnisse liefern. Sollen unterschiedliche Kundensegmente verglichen werden, braucht es für jedes Segment genügend Gespräche oder Diskussionsrunden. Je vielfältiger die Erfahrungen und Bedürfnisse innerhalb einer Zielgruppe sind, desto grösser ist in der Regel der erforderliche Studienumfang. Entscheidend ist, dass die für die Fragestellung relevanten Perspektiven ausreichend abgedeckt werden.
Beides ist möglich. Einzelinterviews per Videotelefonie ermöglichen eine flexible Teilnahme ohne Anreise und erleichtern es, Personen aus verschiedenen Regionen einzubeziehen. Interviews zu Hause oder am Arbeitsplatz bieten zusätzliche Einblicke in den Lebens- und Arbeitskontext der Befragten. Für Fokusgruppen bietet die Durchführung vor Ort gute Voraussetzungen für einen lebendigen Austausch. Das intervista Teststudio in Bern ermöglicht es, Gespräche aus einem separaten Beobachtungsraum durch einen Einwegspiegel live mitzuverfolgen. Welches Format sich eignet, hängt von der konkreten Fragestellung und der Zielgruppe ab.
intervista verbindet die gezielte Rekrutierung über das eigene Online-Panel mit methodischer Kompetenz und einer professionellen, neutralen Gesprächsführung. Erfahrene Marktforschende begleiten die Studien von der Konzeption bis zur Auswertung und Ableitung konkreter Empfehlungen. In die Interpretation fliessen fundiertes Branchenwissen und psychologische Erkenntnisse ein, etwa zu Motivation, Wahrnehmung und Entscheidungsverhalten. Besonderen Wert legt intervista auf eine transparente Dokumentation, eine nachvollziehbare Auswertung und eine verständliche Ergebnisdarstellung.
Sampling Only
Bei Sampling Only programmiert und hostet der Auftraggeber den Online-Fragebogen selbst, während ein Panelanbieter die passenden Teilnehmenden für die Befragung rekrutiert. intervista übernimmt dabei die Stichprobenziehung, den Versand der Einladungen, das Feldmanagement sowie die laufende Qualitäts- und Quotenkontrolle.
Sampling Only eignet sich insbesondere für Unternehmen, Hochschulen, Marktforschungsinstitute und andere Organisationen, die ihre Befragung selbst programmieren und auswerten, für die Rekrutierung aber auf ein professionell geführtes Online-Panel zurückgreifen möchten.
Ja. Mit Sampling Only können Sie eine selbst programmierte Online-Befragung mit Teilnehmenden aus dem intervista Online-Panel durchführen. Das B2C-Panel umfasst mehr als 125'000 aktive Personen aus der gesamten Schweiz. Für Befragungen von Geschäftskunden stehen rund 35'000 Fach- und Führungskräfte aus Schweizer Unternehmen zur Verfügung.
Damit sind sowohl repräsentative Bevölkerungsbefragungen als auch Studien mit spezifischen B2C- und B2B-Zielgruppen möglich. Durch umfangreiche Profilinformationen können geeignete Teilnehmende bereits vor der Befragung gezielt ausgewählt werden.
Die Stichprobe wird für jedes Projekt individuell auf die gewünschte Zielgruppe abgestimmt.
Bei bevölkerungsrepräsentativen Studien arbeiten wir beispielsweise häufig mit interlockten Quoten nach Alter, Geschlecht und Region. Bei spezifischen Zielgruppen werden Screening-Fragen im Fragebogen eingesetzt, um zu prüfen, ob eine Person die definierten Teilnahmebedingungen erfüllt.
Die Quoten und Screening-Kriterien werden vor Feldstart gemeinsam festgelegt.
Ja. Im intervista Online-Panel stehen mehr als 300 Hintergrundvariablen zur Verfügung, mit denen bestimmte Zielgruppen bereits bei der Einladung gezielt angesprochen werden können.
Dazu gehören unter anderem soziodemografische Merkmale sowie Informationen zu Konsum, Haushalt und Beruf. Im B2B-Bereich stehen beispielsweise Angaben zu Funktion, Branche und Unternehmensgrösse zur Verfügung.
Die Profilinformationen dienen der gezielten Ansteuerung der Stichprobe. Alle für die Teilnahme relevanten Kriterien werden zusätzlich im Fragebogen über entsprechende Screening-Fragen überprüft, um deren Aktualität und Korrektheit sicherzustellen.
Zu Beginn werden Zielgruppe, Stichprobengrösse, Quoten, Screening-Kriterien, Feldzeit und weitere Anforderungen definiert. Anschliessend wird die technische Anbindung des extern programmierten Fragebogens eingerichtet und von intervista aus Sicht von Sampling, Feldsteuerung und Teilnehmendenführung geprüft.
In der Regel startet die Befragung zunächst mit einem Soft Launch und einer kleineren Zahl von Teilnehmenden. Dabei wird kontrolliert, ob Fragebogen, Datenübergabe, Quoten und Rückleitungen korrekt funktionieren. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt der Full Launch.
Während der Feldphase steuert intervista die Stichprobe und den Versand der Einladungen laufend. Dabei werden gezielt nur so viele Panelmitglieder eingeladen, wie für das Erreichen der definierten Quoten und Zielgruppen sinnvoll sind. Rücklauf und Quotenerreichung werden kontinuierlich überwacht und bei Bedarf weitere Einladungen gezielt nachgesteuert.
Die ausgewählten Personen aus dem intervista Online-Panel werden auf den vom Auftraggeber programmierten Online-Fragebogen weitergeleitet. Die technische Anbindung erfolgt über GET-Parameter, die dem Teilnahmelink angehängt und im Fragebogen gespeichert werden.
Nach Abschluss der Befragung werden die Teilnehmenden wieder zum intervista Befragungssystem zurückgeleitet, damit ihre Teilnahme korrekt erfasst und incentiviert werden kann.
Die Umsetzung ist mit allen gängigen professionellen Online-Befragungssystemen möglich.
Für viele Sampling Only Studien ist eine Feldzeit von rund 7 bis 10 Tagen sinnvoll. So haben auch Personen die Möglichkeit zur Teilnahme, die nicht unmittelbar auf eine Einladung reagieren. Eine ausreichend lange Feldzeit ermöglicht eine höhere Ausschöpfung der Stichprobe und trägt zu einer ausgewogeneren Zusammensetzung der Teilnehmenden bei.
Bei sehr kurzen Feldzeiten besteht das Risiko, dass besonders schnell reagierende Personen überproportional vertreten sind, beispielsweise Personen mit einer sehr intensiven Internetnutzung. Je nach Zielgruppe, Stichprobengrösse und Studiendesign können jedoch auch kürzere Feldzeiten sinnvoll und möglich sein.
Entscheidend sind insbesondere die Qualität und Grösse des Panels, die Rekrutierung der Panelteilnehmenden, die verfügbaren Profilinformationen, eine methodisch saubere Stichprobenziehung sowie eine aktive Qualitäts- und Quotenkontrolle während der Feldphase.
intervista verfügt über ein grosses eigenes Schweizer Online-Panel mit mehr als 125'000 aktiven B2C-Teilnehmenden und rund 35'000 Fach- und Führungskräften im B2B-Panel. Panel und Stichproben werden kontinuierlich auf Datenqualität überprüft. intervista ist zudem als Access-Panel-Dienstleister und Full-Service-Marktforschungsinstitut nach ISO 20252:2019 zertifiziert. Dadurch erhalten Auftraggeber beim Sampling Only nicht einfach Teilnehmende für ihren Fragebogen, sondern eine professionell geplante und kontrollierte Stichprobe.
Teststudio
Ja, das Teststudio in Bern kann auch für Studien gemietet werden, die Unternehmen, Agenturen oder andere Forschungsteams selbst durchführen und moderieren. Neben dem Diskussions- und Beobachtungsraum stehen die technische Ausstattung sowie Unterstützung beim Empfang und bei der Betreuung der Teilnehmenden zur Verfügung. Bei Bedarf übernimmt intervista auch die Rekrutierung passender Zielpersonen über das eigene Online-Panel.
Der Diskussionsraum bietet Platz für bis zu zehn Personen und verfügt über Beamer, Leinwand, Whiteboard und Flipchart. Im angrenzenden Beobachtungsraum können bis zu acht Personen die Gespräche durch einen Ganzwand-Einwegspiegel und via Lautsprecher mitverfolgen. Zur technischen Ausstattung gehören WLAN, eine fest installierte Kamera und Mikrofone für Audio- und Videoaufzeichnungen. Auf Anfrage sind auch Videoübertragungen per Livestream und Anschlüsse für Dolmetschertechnik verfügbar.
Ein Teststudio eignet sich besonders, wenn der persönliche Austausch, die Reaktionen der Teilnehmenden oder das direkte Erleben von Produkten im Mittelpunkt stehen. Bei Fokusgruppen erleichtert die gemeinsame Anwesenheit eine lebendige Diskussion, in der auch Mimik und Gestik gut wahrnehmbar sind. Produkte, Verpackungen oder Prototypen können vor Ort betrachtet, angefasst und ausprobiert werden. Das Teststudio bietet dafür einen professionellen Rahmen und ermöglicht gleichzeitig die Beobachtung und Aufzeichnung der Gespräche.
Im intervista Teststudio lassen sich Gespräche aus einem separaten Beobachtungsraum verfolgen. Ein Ganzwand-Einwegspiegel ermöglicht den Blick in den helleren Diskussionsraum, während er für die Teilnehmenden wie ein Spiegel erscheint. Der Ton wird über Lautsprecher übertragen. So können beispielsweise Projektteams die Reaktionen und Aussagen unmittelbar erleben, ohne selbst im Gesprächsraum zu sitzen. Auf Anfrage ist auch eine Videoübertragung per Livestream möglich. Die Teilnehmenden werden im Vorfeld über die Beobachtung und allfällige Aufzeichnungen informiert.
Das intervista Teststudio befindet sich an der Optingenstrasse 5 in Bern. Vom Bahnhof Bern ist es in rund zehn Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in etwa 15 Minuten zu Fuss erreichbar. Die zentrale Lage erleichtert die Anreise für Teilnehmende und Projektteams.
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